17 Mrz 2015
März 17, 2015

Hotel Zell – wo ist das Problem?

Hotel Zell – wo ist das Problem?

Seien wir ehrlich: Sind die Argumente der IGZB gegen das Hotel nicht etwas dramatisch an den Haaren herbeigezogen? Über die Architektur zu schimpfen ist sinnlos. Ja, es gab Zeiten, in denen man die Jugendstil-Architektur favorisierte. Ich finde sie auch hervorragend. Aber diese Jahre kommen nicht wieder. Heute ist der Baustil moderner, sachlicher, weil preiswerter. Das ist nun mal so. Da läuft der Verein IGZB ins Leere. Im Nachhinein zu protestieren, ist sinnlos. Wo waren die heutigen Kritiker damals? Waren sie auf den Straßen und haben Unterschriften gegen die bekannte Bausünde in Zell gesammelt?

Es ist sehr bedauerlich, dass die IGZB nur die Sicht auf das Negative hat. Die Art, wie dieses Hotel konzipiert und geführt wird, ist sicher gewöhnungsbedürftig. Für uns, die wir der älteren Generation angehören. Denken die Jüngeren nicht ganz anders? Moderner? Die ticken ganz anders müsste ich sagen. Und die Jüngeren sind so verwöhnt nicht. Sie wollen kein Fünf-Sterne-Hotel mit all dem Schnickschnack.

Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde das “Brot- und Kaffeehaus” eröffnet. Wir wunderten uns über die “Zumutung”, sich selbst bedienen zu müssen. Doch inzwischen sind alle daran gewöhnt. Die jüngeren Gäste haben gar nicht gezuckt, sich mit einem Plastik-Tablett selbst auszurüsten. Was aber ist der große Vorteil dieser Selbstversorgung? Man wird durch eine Bedienung nicht ständig gefragt, ob sie noch etwas bringen darf. Nein, man bleibt gemütlich sitzen und plaudert mit Freunden. Das hat fast Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre…

So ähnlich stelle ich mir das Hotel Zell vor. Wenn dort mit gleicher Freundlichkeit bedient wird, wie beim Schuhbeck, mache ich mir über eine moderne Hotellerie keine Sorgen.

Eine Lanze für den Gemeinderat: Da hinein wurden auch jüngere Bürger gewählt, die möglicherweise die Denke der künftigen Zielgruppe des Hotels besser verstehen, als die Älteren. Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich dafür entschieden. Wohl nicht ohne Grund.

Der Frontfrau der IGZB möchte ich eine Empfehlung geben. Sparen Sie sich den Ärger, den Sie allseits verbreiten. Seien wir dankbar für die neuen Hotel-Gäste, die sich an Ruhpolding erfreuen können: Über die hervorragend gepflegten Loipen, mit oder ohne Flutlicht. So viele Kilometer ebene Loipen und ebenso viele Wanderwege haben wohl nur wenige Orte. Ruhpolding ist ein Paradies für Langläufer, für Wanderer, für Radler, für Wasserratten, nicht zu vergessen auch für die Kinder. Ruhpolding ist auch ein Paradies für Schnäppchenjäger und Liebhaber unserer eXtra Karte. Diese und viele andere Vorzüge kompensieren eventuelle Nachteile des Hotels. Falls es sie geben sollte.

Es wird kommen und ich hoffe, dass viele Kritiker sich das Ergebnis mit einer a-ha-Bewunderung anschauen können. Mögen sich die Vereinsmitglieder IGZB besinnen und sich für die touristischen Highlights unseres Dorfes einsetzen. Hören Sie auf, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen.

Klaus Grönke, Ruhpolding